|
DIETZENBACH informiert |
|
|
|
Neben den zahlreichen Begegnungen auf Parteien- und Vereinsebene fand insbesondere während der ersten Monate nach der Verschwisterung ein reger Austausch zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltungen beider Kommunen statt - tatkräftig leisteten die Dietzenbacher den Neuhausern Amtshilfe beim der Neuorganisation ihrer Stadtverwaltung. Im Frühjahr 1991 stellte die Stadtverwaltung Dietzenbach sogar zwei weibliche Auszubildende aus Neuhaus ein, und im Dezember des Jahres übereignete die Stadt Dietzenbach der Freiwilligen Feuerwehr der Partnerstadt zwei ausgemusterte Löschfahrzeuge. Bei den unterschiedlichsten Anlässen - Weihnachts- und Wochenmärkte, Gewerbeschauen, Trinkborn- und Heimatfeste - sind die Neuhauser mit ihrer traditionsreichen thüringischen Glaskunst und den original Thüringer Rostbratwürsten in Dietzenbach präsent, während es die Dietzenbacher vor allem wegen der herrlichen Lage auf den Höhen des Thüringer Waldes mit seinen hervorragenden Wander- und Wintersportmöglichkeiten in die Partnerstadt zieht. Die Stadt Neuhaus am Rennweg hat rund 7.500 Einwohner und war mit ihrer Lage 835 m über dem Meeresspiegel die höchstgelegene Kreisstadt der ehemaligen DDR. Im Sommer 1994 wurde der Kreis Neuhaus dem Landratsamt Sonneberg zugeschlagen und Neuhaus verlor den Status als Kreisstadt. Obwohl Neuhaus bereits im Jahre 1933 die Stadtrechte erhielt und 1952 Kreisstadt wurde, hat der Ort doch erst eine relativ kurze Geschichte: Zu einer Zeit, als die meisten Städte und Dörfer Thüringens schon auf eine jahrhundertealte Vergangenheit zurückblicken konnten, war das Gebiet der heutigen Stadt Neuhaus noch von dichten Wäldern bedeckt. Erst in den letzten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts nutzte man das Holz der Wälder für die Glasherstellung und die Köhlerei und im Jahre 1607 gründeten zwei Glasmeister im heutigen Ortsteil Schmalenbuche eine Glashütte. Dort logierten die Grafen von Rudolstein, wenn sie zur Jagd kamen. 1673 wurde dann etwa einen Kilometer oberhalb der Glashütte auf einer Anhöhe ein Jagdhaus erbaut, das "Neue Haus", von dem die dort nach und nach entstehende Ortschaft den Namen "Neuhaus" erhielt. Zehn Jahre später wurde von den Grafen in der Nähe des Jagdhauses eine kleine Barockkirche aus Holz errichtet, die bis zum Jahre 1891 genutzt wurde. Die Pfarrei in Neuhaus blieb lange Zeit recht klein - mit den dazugehörigen Siedlungen Schmalenbuche und Lichte zählte sie 1683 nur insgesamt 89 Seelen. Zwar entstanden rund um Neuhaus verschiedene Ansiedlungen, meist bei neu errichteten Glashütten, sie waren meist jedoch nicht von Bestand. Erst das 19. Jahrhundert brachte mit der Erweiterung der Glas- und Porzellanindustrie eine starke Zunahme der Bevölkerung - die Einwohnerzahl stieg auf rund 4.000 im Jahre 1900. 1892 erhielt Neuhaus sein Wahrzeichen", eine der größten und schönsten heute noch bestehenden Holzkirchen Thüringens. Sie ist rundum mit Schiefer gedeckt. Im Jahre 1923 erfolgte die Vereinigung von Neuhaus, Schmalenbuche und Igelshieb, und zehn Jahre später, 1933, wurden Neuhaus die Stadtrechte verliehen. Noch kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges beschossen amerikanische Truppen das Stadtzentrum: zehn Menschen verloren ihr Leben, 34 Gebäude wurden zerstört, darunter das Rathaus. Nach 1950 wurde das Stadtzentrum schrittweise wieder aufgebaut, und ab 1953/54 entstanden drei Neubaugebiete. Urlaubs- und Wintersportort ist Neuhaus seit der Jahrhundertwende, eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung des Fremdenverkehrs wurde durch die Anbindung an das Eisenbahnnetz im Jahre 1913 geschaffen. Die Bezeichnung Luftkurort und Wintersportplatz" führte Neuhaus schon seit den dreißiger Jahren und konnte auch nach der "Wende" wiederum die vorläufige Anerkennung als "Luftkurort" erreichen. Gut entwickelt hat sich seit 1990 die touristische Infrastruktur mit einem leistungsfähigen Beherbergungs- und Gastronomiegewerbe (450 Betten) einschließlich einer Jugendherberge sowie die Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen - ein neues Kino-Center, ein Fitnesspark, eine Schwimmhalle mit Sauna. Durch das Naherholungsgebiet Bernhardsthal mit Wanderhütten und Waldbad führt der berühmte 168 Kilometer lange Höhenwanderweg Rennsteig oder Rennweg. Im Winter stehen zwei Skilifte, eine Skiausleihe und ein Loipennetz für Skilanglauf zur Verfügung. Neben dem Fremdenverkehr als wesentlichen Wirtschaftsfaktor für die Stadt
wird Neuhaus wirtschaftlich vor allem durch die Glasindustrie geprägt - zum
einen mit industriell gefertigten chemisch-pharmazeutischen Glaswaren, zum
anderen mit Erzeugnissen der traditionsreichen thüringischen
Glaskunst, die
noch überwiegend in Heimarbeiterwerkstätten produziert wird. |
|
vorherige Seite -
Vélizy - Masaya -
Rakovnik -
Dietzenbach |