Bis Ende 1991 umfasste
die Europa - Union Thüringen 3 aktive Kreisverbände, in Erfurt, Eisenach und Suhl,
sowie verstreute Mitglieder über ganz Thüringen. Die Mitgliederzahl zur
Landesversammlung Herbst 1991 betrug ca. 180 ( heute ca. 260).
Nun gab es erst ab Juli 1991 eine
einigermaßen funktionierende Telefon- und Briefpostverbindung. Die Kommunikation zwischen
den Kreisverbänden, dem Landesvorstand und erst recht mit den verstreuten Mitgliedern
konnte man vor diesem Termin von unseren westlichen Möglichkeiten her als
außerordentlich schlecht bezeichnen. Trotzdem klappten, wider Erwarten, doch viele
Kontakte und es kamen gemeinsame Veranstaltungen zustande.
Das ist Vergangenheit.
Im Oktober 1991 wurde ein neuer
Landesvorstand gewählt und der Sitz des Landesverbandes wechselte von Erfurt nach Suhl.
Unter den Vorstandsmitgliedern befinden sich auch zwei der vier Beobachter des
Europäischen Parlamentes. In der Folge spreche ich nunmehr von Mitgliedern des EP, weil
die Bezeichnung folgerichtiger die eigentliche Funktion ausdrückt.
Im November 1991 traf ich in Jena
auf Prof.Dr.sc Erwin Hentschel aufgrund einer Liste der Kreis-Euroopabeauftragten der
F.D.P. in Thüringen, die durch eine Aktion von Herrn Martin Holzfuß MdEP, Generalmajor
a.D., flächendeckend eingeführt worden waren. Prof. Hentschel griff den EUD Gedanken
sofort auf, sprach die anderen Parteien, städtischen Organe, Schulen und Mitstreiter an
der UNI Jena an, organisierte einen Gründerkreis und startete im Januar 1992 den
Kreisverband Jena.
Prof. Hentschel ist Wissenschaftler und
Hochschullehrer an der UNI Jena. Er lehrt Bienenkunde, stellt sie in die Umwelt und in die
Kulturlandschaft, beschreibt einen direkten Weg von der Landschaft zu den kulturellen und
historischen Gegebenheiten Thüringens, das wiederum seine Identität in Europa hat.
Zum Einzugsgebiet des Kreisverbandes
gehören Jena-Stadt und Jena-Land. Der südlich dazu liegende kleine Kreis Stadtroda
könnte dazu mit einbezogen werden.
Den Jenensern folgte im südlichen
Thüringen europäisch gesinnte Bürger und gründeten den Kreisverband Neuhaus /
Rennweg. Dr. Gerhard Botz, Mitglied des EP, ansässig in Lichtenhain ( an der
Bergbahn), das zum Kreis Neuhaus gehört, und Mitglied im Landesvorstand der EUD,
unterstützte die Gründung nach besten Kräften. Die Kreisstadt liegt an der Straße
Meiningen - Saalfeld - Gera und war einmal die "höchste" Stadt der DDR mit ca.
800m an Höhe über dem Meeresspiegel.
Der Schwerpunkt der Starter zum
Kreisverband lag bei den Lehrern. Frau Beiersdorfer, jetzt mit neuem Vertrag Lehrerin am
Gymnasium in Neuhaus, ansässig in Steinheid ( etwa 5km von Neuhaus entfernt - in Richtung
Meiningen) übernahm den Vorsitz. Es besteht eine Städteverschwisterung zwischen Neuhaus
und Dietzenbach / Krs. Offenbach am Main.
Den beiden Startgruppen folgten die
Ilmenauer, mehrheitlich im Gründungskomitee besetzt durch Dozenten der Technischen
Hochschule Ilmenau. Dr. Rudolf Essler übernahm den Vorsitz. Dr. Essler ist
gleichzeitig Schatzmeister des Landesverbandes und erfüllt damit eine wichtige, aber im
Anfang schwierige Aufgabe. Er ist Dozent an der TH Ilmenau, war für die CDU in der
Volkskammer.
Die Städte Ilmenau und Wetzlar sind
verschwistert. Der EUD Kreisverband Lahn-Dill will den Kontakt weiter ausbauen. Im
Gespräch ist auch eine zusätzliche, europäisch bezogene Schiene zwischen der TH in
Darmstadt und der in Ilmenau mit Hilfe des EUD Kreisverbandes Darmstadt.
Ich nahm dann im späten Frühjahr einen
erneuten Anlauf in Weimar, um die 25 Mitglieder endlich zu einem Kreisverband
zusammen zu bekommen. Die drei bisher Aktiven fielen in 1991 aus, zwei aus beruflichen
Gründen, eine durch einen schweren Verkehrsunfall. Auch die Erfurter konnten nicht weiter
helfen. Der Ausbau des eigenen Kreisverbandes stand unter Schwierigkeiten, der
Kreisvorsitz wurde gewechselt. Schlussendlich griffen die zwei in Weimar wohnenden
Mitglieder des EP, Dr. Edelbert Richter ( Theologe) und Dr. Dieter Koch (Architekt) ein,
setzten einen Termin fest und starteten den Kreisverband.
Dr. Richter ist übrigens einer der
Gründer des Demokratischen Aufbruchs, einer Gruppe, die sich nach der Wende in die
Parteien aufsplitterte. Sie kennen aus dieser Gruppierung auch Rainer Eppelmann. Dr.
Richter hat über die Zeit des Aufbruchs ein hoch interessantes Buch geschrieben "
Erlangte Einheit - Verfehlte Identität ", auf der Suche nach den Grundlagen für
eine neue deutsche Politik, erschienen bei edition kontext, Kontext Verlag Berlin 1991.
Ein weiteres Buch wurde anlässlich der diesjährigen Buchmesse Frankfurt im Fernsehen
vorgestellt.
Den Kontakt zwischen EUD Hessen und
Weimar will der Kreisverband Frankfurt/M übernehmen.
In Nordhausen bildete sich eine
Gruppe Europäer um Dr. Hildenbrandt. Man fand den Kontakt zur EUD und entschloss sich,
diesen europäischen Kreis in die EUD einzubringen. Die Gründung eines Kreisverbandes
Nordhausen ist für den 13.11.92 angesetzt. Herr Rolf Berend, Mitglied des EP und Mitglied
des EUD Landesverbandes, führt den Kontakt. Nordhessische Kreisverbände sind
angesprochen und sollten den Aufbruch unterstützen. Die Anlaufadresse Nordhausen
entnehmen Sie der Verbandsliste Thüringen Ausgabe 10/92.
Die Vielzahl der Gründungen rief auch Gera
auf den Plan. Herr Zeschnik, stellvertr. Landesvorsitzender der EUD Thüringen, gründete
am 10.10.92 einen Kreisverband für Gera - Stadt und Gera - Land. Unterstützung ist auch
aus Franken angesagt. Die Stadt Nürnberg ist mit Gera verschwistert.
Weiterhin bietet Neu-Isenburg / Krs
Offenbach auch die Möglichkeit durch die Verschwisterung mit der Stadt Weida ( südlich
Gera ) an.
Weitere Aktivitäten hessischer
Kreisverbände sind gefragt, da der Kreisverband Offenbach kaum sehr aktiv in alle
Verschwisterungen der 13 Städte und Gemeinden seines Landkreises eingreifen kann.
Das Landratsamt des Kreises
Offenbach-Land ist außerdem eine Verwaltungsunterstützung mit dem Kreis Sömmerda
( nördlich von Erfurt ) eingegangen. Auch hier könnte ein anderer Kreisverband noch
helfend wirken.
Die ESTA ( Europäische
Staatsbürgerakademie, Bocholt) eröffnete gerade ein Tagungshotel in Cursdorf / Krs.
Neuhaus. Die Thüringer Europaministerin Frau Lieberknecht ( Mitglied der EUD), hielt
eine der Eröffnungsansprachen und sagte aktive Unterstützung zu. Das Haus, ein
ehemaliges Ferienheim einer sächsischen Getriebefabrik. Wurde von den Flender
Großgetriebewerken in Bocholt im Rahmen einer Betriebsübernahme von der Treuhand gekauft
und in die ESTA it eingegeben. Innerhalb von sechs Monaten entstand in einer
landschaftlich sehr reizvollen Gegend des Thüringer Waldes ein Tagungshotel modernen
Zuschnitts. Außer dem Bochholter Initiator hielt es keiner für möglich, den Komplex in
so kurzer Zeit mit einheimischen Baufirmen zu renovieren und zu erweitern.
Hans Peters, Vizepräsident des EP,
Vizepräsident des Bundesverbandes der EUD und Landesvorsitzender der EUD
Nordrhein-Westfalen, steht der ESTA vor und Gerhard Eickhorn ist zuständiger Direktor.
Die Türe in diesem Hause steht der EUD Thüringen offen.
Das nächste Schmiedefelder Gespräch
der EUD Thüringen soll 1993 in Cursdorf stattfinden. Es geht um ein jährliches Treffen
zwischen EUD Mitgliedern aus Thüringen, Bayern und Hessen. Weitere EUD - Veranstaltungen
werden noch abgestimmt und rechtzeitig bekanntgegeben.
Die nächsten Ansätze zur Gründung von
Kreisverbänden gehen auf Meiningen, Hildburghausen, Rudolfstadt, Saalfeld, Pößneck
und Lobenstein zu. Hierzu sind Partner aus Hessen und Bayern gefragt. Die Stadt
Meiningen hat wiederum eine Verschwisterung mit Obertshausen / Krs Offenbach, jedoch kann
der KV Offenbach den Teil der Europa-Union Aktivität nicht abdecken. Es sind weitere
Partner gesucht.
Die aktive finanzielle Unterstützung
des Landesverbandes Thüringen erfolgt ab sofort durch das Thüringer Ministerium für
Bundes- und Europaangelegenheiten. Die Ministerin Frau Lieberknecht ist EUD Mitglied. Im
Ministerium sorgt für die Details Rolf Justi, stellvertr. Landesvorsitzender der EUD
Hessen aus dem KV Marburg.
Das bayerische Staatsministerium für
Bundes- und Europaangelegenheiten sponsert verschiedene Veranstaltungen, gleichfalls der
EUD-Bezirksverband Franken.
Hessen bietet aktive Mitarbeit beim
Aufbau der Verbandsstruktur und bei der direkten Mitgliederwerbung in den Gebieten ohne
Kreisverband. Das geht gleichfalls nicht ohne finanziellen Einsatz.
Wenn Sie Kontakte für Ihren
Kreisverband suchen, Informationen benötigen, wenden Sie sich bitte an:
Koordination Hessen - Thüringen, Hajo Becker, Starkenburgring 25, 6057 Dietzenbach, Tel:
und Fax 06074 - 4 14 14. Ein Anrufbeantworter ist dazu geschaltet.
Die bayerische Koordination erfolgt
über den Bezirk Unterfranken, Hans Triebel, Kirchgang 22, W 87 83 Hammelburg, Tel: 09732
- 22 74.
Ihre Aktivität ist gefragt und
Thüringen ist eine Reise wert.
gez Hajo Becker