Memelland

Am 28. Juli 1919 wurden durch den Frieden von Versaille verschiedene Gebiete des Deutschen Reiches von diesem abgetrennt. Auch das Land nördlich des Flusses Memel gehörte dazu. So entstand das Memelland oft auch als Memelgau bezeichnet.

Größe und Lage des Memelland
Im Osten und auch im Norden grenzt das Memelland an Littauen. Im Süden ist die Region durch den Memelstrom und seine Ausläufer Ruß und Skirwieth abgegrenzt. Die Ostsee grenzt im Westen an das Gebiet.
Das Gebiet umfasst den Landkreis Memel, große Teile des früheren Kreises Heydekrug. Auch gehört, nördlich des neuen Landkreises, Pogegen dazu.

Die Region Memelland ist 140 Kilometer lang aber nur etwa 20 Kilometer breit. Insgesamt ist das Gebiet etwa 2451 Quadratkilometer groß. Hier leben circa 150 000 Einwohner.

Reise in eine prachtvolle Natur
Insgesamt spricht man von einem gemäßigten Klima im Memelland. So sind also die Winter nur mäßig kalt und die Sommer nicht zu heiß. Ideal für die Pflanzenwelt in dieser Region. Gerade diese sollte sich der Urlauber bei seiner Reise genau ansehen. Gerade im Frühling ist die Kirsch- und Fliederblüte wunderschön anzusehen. Memelland ist sehr waldreich, Wald wechselt sich hier aber oft mit wunderschönen Wildblumenwiesen ab. Etwas Vorsicht ist vor den Mooren und Niederungen geboten, diese sind oftmals schwer bis gar nicht passierbar.
Der Herbst ist in Memelland sehr schon und auch sehr lang. Er geht meist bis in den November hinein und beginnt sehr warm. Das bunte Land und die Ruhe sorgen für einen erholsamen Urlaub in dieser Gegend. Hier kann man wandern, Rad fahren oder auch Bootstouren auf der Memel unternehmen.
Neblig und feuchtkalt, wie man den Herbst eigentlich kennt, wird es erst ab November. Dann treten auch unangenehme Stürme und viel Regen auf. Darauf folgt dann der Winter. Ebenfalls mit viel Regen und Frost. Insgesamt sind die Winter aber selten streng.

Ruhig und ohne Massentourismus
Das Memelland ist vom Tourismus noch nicht so stark entdeckt worden. Ideal für den also, der einen ruhigen Urlaub vorzieht und trotzdem auf nichts verzichten möchte.
Das gemäßigte Klima ist eigentlich ideal für eine Städtereise durch Memellland, egal ob mit dem Rad oder Auto. Die schönen Allee und von der Eiszeit geformte Höhen und Uferlandschaften sind einfach beeindruckend schön.
Wer auf eine kleine Zeitreise gehen möchte, sollte von Heydekrug bis nach Schmalleningken fahren. Entlang dieser Route gibt es viele alte Dörfer und Städtchen. Hier kann man die alte bäuerliche Kultur der Region noch erleben und sogar auf dem einen oder anderen Bauernhof übernachten. Macht man Rast, an einem der vielen Kieferwäldchen, so findet man hier vor allem im Spätsommer und Herbst viele Beeren und Pilze.

Unbedingt reisen sollte der Naturliebhaber in den Nemunas Nationalpark. Das weitläufige Delta ist geprägt von vielen kleinen Fischerdörfern und vielen Niedermoorwiesen. Sie ziehen sich entlang der Memel und ihrer sechs Nebenarme.
Hier liegt auch das litauische Venedig namens Minija oder Minge. Dort gibt es statt einer Dorfstraße einen Fluss und jeder Bewohner hat hier wohl ein Boot, um sein Haus zu erreichen.

Auch dem Städtchen Vente, früher Windenburg, sollten Touristen einen Besuch abstatten. Der alte Leuchtturm steht dort schon seit 1873. In Ventés Ragas werden in der dortigen Vogelwarte jährlich rund 50 000 Vögel beringt.
In Vente kann man sehr günstige Übernachtungen finden. Sei es in einem kleinen Anwesen oder Gehöft oder auf dem Campingplatz. Letztgenannter mit Namen Sturmu, liegt ganz nah bei Vente. Hier kann man baden oder sich zur Besichtigung der Vogelwarte anmelden. Auch hier ist, wie überall in der Region eine willkommene Ruhe gewährleistet.